Seitenübersicht
Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Die Bürgerbeteiligung
im Museum

Gesucht werden Objekte mit Bezug zur Währungsreform

Karl Stankiewitz, 1951 (Foto: privat).
Karl Stankiewitz, 1951 (Foto: privat).
Karl Stankiewitz setzte das „Kopfgeld“ der Währungsreform von 1948 in einen bleibenden Wert um: Die Krachlederne trägt er bis heute. 2017 wird er sie dem Museum der Bayerischen Geschichte als Exponat übergeben (Foto: Georg Schmidbauer, München).
Karl Stankiewitz setzte das „Kopfgeld“ der Währungsreform von 1948 in einen bleibenden Wert um: Die Krachlederne trägt er bis heute. 2017 wird er sie dem Museum der Bayerischen Geschichte als Exponat übergeben (Foto: Georg Schmidbauer, München).

Regensburg / Augsburg, Juni 2015. Seit 2013 ist das Team des Museums der Bayerischen Geschichte bayernweit auf Spurensuche, über 1.000 Objekte konnten schon zusammengetragen werden. Im neuen Museum in Regensburg wird es ab 2018 unter anderem darum gehen, die jüngere Vergangenheit aus der Perspektive der Bürgerinnen und Bürger Bayerns zu erzählen. Wie haben sie die Nachkriegszeit erlebt? Die Zeit des Wiederaufbaus und Wirtschaftswunders? Was ist an Erinnerungen an sportliche Großereignisse wie die Olympischen Spiele 1972 in München oder die Fußballweltmeisterschaft 2006 vorhanden? Der Fall des Eisernen Vorhangs oder der Aufstand um die WAA in Wackersdorf werden im neuen Museum ebenso Thema sein, wie das traditionelle Politikerderblecken am Nockherberg. Die Ereignisse beleuchten dabei vor allem die Fragestellung: Wie wurde der Freistaat Bayern, was er heute ist? Deshalb fahndet das Museumsteam weiter: Gesucht werden Erinnerungsstücke der Bevölkerung in Bayern, die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit mit persönlichen Geschichten dokumentieren.

Beispiel Währungsreform anno 1948:

Lederhose als nachhaltige Investition „Nachhaltig“ und „effizient“ – das sind zwei viel strapazierte Vokabeln der heutigen Zeit und treffen genau auf jene Investition zu, die der Münchner Autor und Journalist Karl Stankiewitz 1948 getätigt hat. Um die Wirtschaft anzukurbeln, entschieden sich die Besatzungsmächte zu einer Währungsrefom. Am 20. Juni 1948 wurden alle Guthaben im Wert von 10:1 umgestellt. Zusätzlich erhielt jeder Bürger ein erstes Barguthaben in Höhe von 40 D-Mark, das sogenannte „Kopfgeld“. Karl Stankiewitz war damals 20 Jahre alt und hatte genaue Vorstellungen von seiner ersten Investition: „Ich hatte die Erzählungen meiner Eltern von der Inflation 1923 im Kopf, dass da alles Geld weg war und nur diejenigen einigermaßen davon gekommen sind, die Häuser hatten oder sonstige Wertgegenstände von Dauer.“ Stankiewitz kaufte sich also keine Lebens- oder Genussmittel, sondern setzte auf ein funktionales und langlebiges Bekleidungsstück – eine Lederhose: „Ich dachte mir, das könnte vielleicht ein Wertgegenstand sein und ein nützlicher noch dazu.“ Nun ist Karl Stankiewitz in der glücklichen Lage, dass sich seine Figur im Laufe der Jahre kaum verändert hat. Er trägt die Hose aus ungarischem Leder bis heute, vor allem wenn er in die Berge geht. Im Jahr 2018 wird er sein gutes und vertrautes Stück verschenken – dann wird es im Museum möglich, die Geschichte der Währungsreform von 1948 aus ganz persönlicher Perspektive zu erzählen.

Objekte für das neue Museum – die Fahndung läuft weiter:

Haben auch Sie Dinge mit Geschichte und können sich vorstellen diese an das Museum der Bayerischen Geschichte abzugeben? Dann nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Wir prüfen gemeinsam mit Ihnen, ob Ihr Erinnerungsstück eine Rolle in der Sammlung des Museums der Bayerischen Geschichte einnehmen kann. Eine E-Mail oder ein Anruf genügen – wir freuen uns auf Ihre Anregungen: E-Mail: museum(at)hdbg.bayern.de
Telefon: 0821-3295-130