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Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Die Menschen
im Museum

Wolfgang Nowak (geb. 1950)

Ein Leben gegen die WAA

Als Ende Mai 1989 die Bauarbeiten für die Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) in Wackersdorf eingestellt wurden, endete für Wolfgang Nowak und seine Mitstreiter ein jahrelanger Kampf. Seit Ende 1985, mit Beginn der Bauarbeiten, waren sie immer wieder zum Bauplatz der geplanten WAA in den Taxölderner Fort gekommen und hatten gegen das Projekt protestiert.

Wolfgang Nowak wurde am 21.5.1950 geboren und absolvierte eine Ausbildung als Industriekaufmann. Er war acht Jahre beim Bundesgrenzschutz tätig, studierte dann BWL mit dem Abschluss Betriebswirt (FH) und wechselte später als Buchhalter in den Öffentlichen Dienst.
Seit Ende der 1970er-Jahre engagierte sich Nowak gegen Kernkraftwerke. Als Anfang der 1980er-Jahre Pläne zur Errichtung der WAA im oberpfälzischen Wackersdorf bekannt wurden, gründete er zusammen mit anderen die Bürgerinitiative (BI) Schwandorf gegen die Errichtung der Anlage. Die BI Schwandorf wurde in den folgenden Jahren eine zentrale Anlaufstelle für die Widerstandsbewegung gegen die WAA. Die erste Demonstration seines Lebens beschreibt Nowak als wichtige und komplett neue Erfahrung: im öffentlichen Raum auf Menschen zuzugehen und sich zu zeigen, damit hatte er keine Erfahrung. Nur bei der jährlichen Fronleichnamsprozession war er bislang öffentlich aktiv gewesen. Nowak entstammt dem christlich-bürgerlichen Milieu. Der Kampf gegen die WAA war vor allem der „Liebe zur Heimat“ geschuldet, wie er betont. Als ehemaliger Grenzschützer ist es Nowak wichtig klarzustellen: „Die Polizisten waren nicht unsere Gegner.“ Viele Polizeibeamte, die den Bauzaun der WAA gegen die Demonstranten schützen sollten, stammten aus der Umgebung. So gab es enge, teils freundschaftliche Verbindungen zwischen beiden Seiten.
Auch nach dem Baustopp 1989 blieb Wolfgang Nowak aktiv: Aus den langen Jahren des Protests entstand ein weltweites Netzwerk zu anderen Anti-Atom-Aktivisten, u.a. ins niedersächsische Gorleben. Bis heute pflegt er Kontakte bis nach Tokio.
Wolfgang Nowak so etwas wie das „Gedächtnis“ des Anti-WAA-Protests: Er sammelt Dokumente, Fotos und Objekte von den Protestaktionen und hält Kontakt zu den ehemaligen Mitgliedern der BI Schwandorf. Einige Objekte, wie die abgebildeten Fahnen, hat Wolfgang Nowak 2014 dem Haus der Bayerischen Geschichte überlassen.

Quellen/Literatur:
Zeitzeigeninterview Haus der Bayerischen Geschichte