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Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Die Menschen
im Museum

Giuseppe Guarino

Aus Neapel in den Bayerischen Wald ─Wie Giuseppe Guarino vom Glasschleifer zum Eismacher wurde

1959 kam Giuseppe Guarino aus Neapel in den Bayerischen Wald, angeworben als Glasschleifer von der Glasfabrik Spiegelau. Als Giuseppe Guarino 1971 seinen Job verlor, ging er nicht zurück nach Italien, sondern versuchte in seiner neuen Heimat Fuß zu fassen. Gemeinsam mit der Liebe seines Lebens, Erika, die er in Spiegelau kennengelernt hatte, machte er sich selbstständig. Wie vor ihm sein Vater, der in einem Vorort von Neapel eine Trattoria betrieben hatte, eröffnete Giuseppe Guarino zusammen mit seiner Frau eine Pizzeria im Gebäude des ehemaligen Gefängnisses von Grafenau. Giuseppe Guarino nannte das Lokal nach seinem Spitznamen: „Da Peppo“ – es war die erste Pizzeria im Bayerischen Wald. Wenig später kam eine weitere italienische Spezialität hinzu, eine Eisdiele. Bis heute wird hier nach geheimem Hausrezept köstliches Gelato hergestellt. 1982 wurde das ehemalige Gefängnisgebäude abgerissen, Pizzeria und Eisdiele zogen in das Haus gegenüber, das die Familie Guarino in Stand setzte. 1996 übernahmen die Söhne Bene und Raphael das Geschäft. Nun haben sie Teile der Originaleinrichtung der Pizzeria sowie eine Eismaschine dem Museum der Bayerischen Geschichte übereignet. Am 17. Juli 2014 traf die geschichtsträchtige Fracht im Augsburger Museumsdepot ein.