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Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Die Menschen
im Museum

Franz Xaver und Sebastian Geltinger aus Leberskirchen

Für wen starben sie den Heldentod?

Der Landwirt Hans Geltinger vulgo Hanslkerscher aus dem niederbayerischen Leberskirchen hatte zwei Söhne: Franz Xaver und Sebastian. Der ältere hätte eines Tages den Hof übernehmen und weiterführen sollen. Dann brach der Erste Weltkrieg aus. Die beiden Brüder zogen – kriegsbegeistert wie viele ihrer Zeitgenossen – in das Feld. Franz Xaver fiel bereits kurz nach Kriegsbeginn. Drei Jahre später, 1917, traf eine Granate seinen Bruder Sebastian und verletzte ihn tödlich.

Franz Xaver war zunächst Reservist in einem Ersatzbataillon, das der 6. Armee unter Kronprinz Rupprecht unterstellt war. Als die 7. Armee einen Feindeinbruch in den Rücken ihrer Linien meldete, setzte Kronprinz Rupprecht alle verfügbaren Truppenteile zum Gegenangriff in Marsch. In einem Gefecht bei Laveline in Frankreich starb Franz Xaver am 4. September 1914 - „den Heldentod fürs Vaterland“, wie die gängige Formel lautete. Er wurde 25 Jahre alt.

Sein Bruder Sebastian war Gefreiter im Reserve-Infanterie-Regiment Nr. 11. Der mit dem Eisernen Kreuz 2. Klasse ausgezeichnete Soldat machte den Stellungskrieg in Nordfrankreich mit. Die Front war erstarrt. Deutsche und Franzosen hatten sich tief eingegraben und ein System von gestaffelten Schützengräben angelegt. Stacheldrahtverhaue sicherten kilometerlang die jeweiligen Linien. Immer wieder belegten sich beide Seiten mit Granatfeuer. In einer Materialschlacht wurde die Erde regelrecht umgepflügt. Am 16. April 1917 wurde Sebastian Geltinger von einer Granate tödlich getroffen. Er wurde 32 Jahre alt.