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Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Die Themen
des Museums

Generation 1950/75: Wiederaufbau – Wirtschaftswunder

Der Wiederaufbau der zerstörten Städte kommt schnell in Fahrt. Es schälen sich drei Hauptformen heraus: Rekonstruktion, Neubau oder angepasster Neubau. Meist geht man den Weg der weitgehenden Rekonstruktion und knüpft an die alten Traditionen an.
Auch bei der Stadtplanung überwiegt der Rückgriff auf das Alte: Wiederherstellung der „optischen Identität“ und maßvolle Modernisierung.
Viel schneller als erwartet kommt nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs das „Wirtschaftswunder“ in Gang. Glückliche Umstände und die Tatkraft der Menschen führen zu einem wirtschaftlichen Boom. Neben der Textil- und Elektroindustrie prägt in Bayern vor allem die Automobilindustrie die Wirtschaft wesentlich. Viele der Produktikonen der 1950er-Jahren werden hier hergestellt wie die Isettas, Messerschmitt-Kabinenroller oder Goggos.
Wichtig für das Wirtschaftswunder und die kulturelle Öffnung Bayerns werden die so genannten Gastarbeiter. Ab Mitte der 1950er- und in den frühen 1960er-Jahren kommen Hunderttausende von ihnen nach Deutschland. Ab Ende der 1960er-Jahre verliert die Landwirtschaft rapide an Bedeutung, die Stadt wird das Maß aller Dinge, viele Handwerker und Geschäftsleute in den kleineren und mittleren Zentren müssen aufgeben. Internationalisierungsprozesse werden auch in Bayern spür- und wahrnehmbar.
Olympia in München – die heiteren Spiele: Bayern präsentiert das moderne demokratische Deutschland. Otl Aicher, der Gestalter des Erscheinungsbildes von Olympia 1972, setzt in Design und Vermarktung Maßstäbe und schafft Ikonen mit Waldi, Dirndl, Farben, Piktogrammen. Das Olympia-Attentat überschattet die „heiteren Spiele“.