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Bayerisches Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst

Die Themen
des Museums

Generation 1925/50: Diktatur – Katastrophe – Neubeginn

Nach dem Schock des verlorenen Weltkriegs und den Wirren der Revolution tendiert Bayern weit nach rechts. Die „Ordnungszelle Bayern“ wird zum idealen Nährboden für den Nationalsozialismus. Länger als jede andere Landesregierung kann sich aber das Kabinett unter Ministerpräsident Heinrich Held halten, erst dann wird Bayern als letztes Land von Berlin aus „gleichgeschaltet“. Die Nationalsozialisten errichten gleich nach der Machtübernahme in Dachau ein Konzentrationslager zur Internierung politischer Gegner. Das Musterlager Dachau sollte zum Sinnbild des nationalsozialistischen Unterdrückungsstaats werden. Schon bald überziehen die Außenlager der Konzentrationslager Dachau und Flossenbürg das Land mit einem dichten Netz. Der Zweite Weltkrieg wird auch von Bayern aus geplant und gelenkt (Obersalzberg). Der Krieg trifft viele bayerische Regionen erst spät mit voller Härte, die schwersten Luftangriffe finden zwischen 1943 und 1945 statt, wie zum Beispiel in Würzburg) Echten Widerstand gegen das NS-Regime wagen nur wenige.
Die Amerikaner befreien 1945 Bayern, das Teil der US-Besatzungszone wird. Aus Besatzern werden rasch Freunde („Fraternisierung“ – vom CARE-Paket zum Baseball). „Not macht erfinderisch“: die Notlage nach 1945 erfordert Improvisationsvermögen. Die nach Bayern kommenden Heimatvertriebenen und Flüchtlinge werden als „4. Stamm“ ein wichtiger Teil der Gesellschaft. Die Amerikaner sorgen für eine rasche Demokratisierung. Bayern erhält schon 1946 eine eigene Verfassung und einen neuen Landtag. Der Landtag gestaltet den demokratischen Neubeginn und staatlichen Wiederaufbau als Gesetzgeber aktiv mit. 1949 wird Bayern – trotz einiger Widerstände – Teil der Bundesrepublik Deutschland.